Ein Gespräch mit einer Freundin hat das für mich vor Kurzem perfekt zusammengefasst. Ich habe ein Talent dafür, das Parfum einer Person zu identifizieren, sobald sie den Raum betritt – aber diesmal wusste ich nicht, was sie trug. Als ich sie fragte, lehnte sie sich dramatisch über den Tisch zu mir und flüsterte: „Ich will nicht, dass das das nächste Santal 33 oder Baccarat Rouge wird.“ Ich verstand sofort, was sie meinte.
Maison Francis Kurkdjian Baccarat Rouge 540 ist dank TikTok inzwischen sogar noch berühmter als Missing Person – und auch ich konnte dem Duft nach Bittermandel, Jasmin und Saffron nicht widerstehen. Heute rieche ich das Parfum aber im Fitnessstudio, in Restaurants, in der U-Bahn…
überall. „Das ist, als würdest du zu einer Party im selben Outfit wie jemand anderes auftauchen“, meinte meine Freundin. „Das ist mir peinlich.“ Unter TikToker:innen ist deswegen einer der Hauptgründe dafür, das eigene Parfum geheim zu halten, der, dass andere nicht so duften sollen wie man selbst. „Ich würde meinen Freund:innen mein letztes Hemd schenken. Sie können gerne meine Klamotten, meine Schuhe, meine Handtaschen tragen. Alles, was sie wollen“,
schreibt jemand auf TikTok. „Aber frag mich nicht nach meinem Parfum.“